Vom Ei zur Hummel

Im "Hallo Hummel!"-Projekt wurden Konzepte und Materialien zur vorübergehenden Betreuung eines Hummelvolkes im Unterricht erstellt. Das bereitgestellte Videomaterial dient als Ergänzung, wenn einzelne Aspekte nicht beobachtet werden können.

Die Entwicklung von Hummeln

Die Hummeln, die wir fleißig von Blüte zu Blüte fliegend kennen, sind ausgewachsene Tiere. Bevor eine Hummel aber so aussieht, muss sie unterschiedliche Entwicklungsstadien durchlaufen - vom Ei, über Larve und Puppe, bis hin zum ausgewachsenen Insekt nach der Metamorphose. Eier, Larven und Puppen befinden sich in Brutzellen aus Wachs. Das Wachs, aus dem die Brutzellen bestehen, wird von den Hummeln produziert. Sie können es aus Wachsdrüsen an ihrer Bauchseite ausscheiden. Anschließend modellieren sie das Wachs mit ihren Mundwerkzeugen und können daraus Brutzellen formen oder das Nest abdichten. Welche Entwicklungsstadien der Hummeln sich gerade im Nest befinden kann man an der Form der Brutzellen erkennen. Die Brutzellen werden häufig von Arbeiterinnen bebrütet. Dabei sitzt eine Arbeiterin auf einer Brutzelle und wärmt die Larven im Inneren durch ihre Körperwärme. Sie wippt dabei mit ihrem Hinterleib.

 

Jetzt bist du dran:

  • Welche Stadien der Brutzellen kannst du in dem Nest vor dir entdecken (Eier, Larven, Puppen)?
  • Wie viele brütende Arbeiterinnen kannst du zählen?

 

Hummeln legen Eier

Im Hummelvolk können sowohl Königinnen als auch die Arbeiterinnen Eier legen. Zu Beginn der Entwicklung des Hummelvolkes legt jedoch ausschließlich die Königin Eier. Denn nur aus ihren Eiern können Arbeiterinnen schlüpfen. Arbeiterinnen beginnen mit der Eiablage erst dann, wenn das Hummelvolk groß ist und Geschlechtstiere produziert werden. Aus den Eiern der Arbeiterinnen können nur männliche Tiere schlüpfen, die als Drohnen bezeichnet werden. Denn bei Hummeln wird das Geschlecht ganz anders als bei uns Menschen festgelegt. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich Männchen, aus befruchteten Eiern Weibchen. Männchen besitzen damit nur eine Kopie eines jeden Chromosoms (haploid) wohingegen Weibchen zwei Kopien jedes Chromosoms haben (diploid). Da sich nur die Königin im vergangenen Herbst gepaart hat, kann auch nur sie befruchtete Eier legen, aus denen weibliche Tiere wie Arbeiterinnen oder Jungköniginnen schlüpfen.

Königinnen und Arbeiterinnen die Eier legen kannst du daran erkennen, dass sie mit dem hinteren Beinpaar "zappeln", während sich das Ende ihres Hinterleibs über einer vorgeformten Brutzelle befindet. Zum Legen der Eier muss die weibliche Hummel den Stachel herausstrecken. Der Stachel hat sich aus dem Legeapparat entwickelt. Da nur weibliche Hummeln einen Legeapparat besitzen haben auch nur sie einen Stachel! Männliche Hummeln können also überhaupt nicht stechen.

 

Jetzt bist du dran:

  • Entdeckst du eine Arbeiterin oder Königin bei der Eiablage?

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